Meike Herrmann: Mein Leben als Text – autobiografisch schreiben

Literatur ist heute oft dem Anspruch ausgesetzt, authentisch oder "echt" sein zu müssen. Das Selbsterlebte gilt dabei nicht mehr als Makel, sondern im Gegenteil als Öffnung. Trotzdem muss ein solcher Text, will er nicht reine Nacherzählung für die Familie sein, erzählerischen Ansprüchen genügen.
Wie wird aus eigenem Erleben Literatur? Und wie muss ein autobiografischer Text sein, damit er nicht nur mich und meinen Freundeskreis interessiert? Orientiere ich mich eher an den zeitlichen Abläufen oder baue ich eine Dramaturgie ein? Wie gehe ich mit Persönlichkeitsrechten um?

Der Autor Matthias Jügler hat selbst einen autobiografischen Roman publiziert und die Literaturagentin Meike Herrmann (Graf & Graf) hat in ihrer täglichen Arbeit viel mit dem Trend zum authentischen, autobiografischen Erzählen zu tun. Gemeinsam werden sie in diesem Wochenend-Seminar den oben gestellten Fragen nachgehen und intensiv an den Texten der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer arbeiten.

Seminarleitung


Meike Herrmann
studierte Neuere deutsche Literatur und Geschichte in Berlin und Jerusalem und promotivierte zur jüngsten deutschen Literatur ("Erzählen vom Nationalsozialismus in der deutschen Literatur seit den neunziger Jahren"). Sie arbeitete als Lektorin im Rowohlt Verlag, mit Schwerpunkt auf deutscher, osteuropäischer und israelischer Belletristik. Ab 2002 war sie als freiberufliche Lektorin und Gutachterin für verschiedene Verlage tätig, bevor sie 2018 als Literaturagentin bei der renommierten Agentur Graf & Graf anfing. (Foto: Katja Zimmermann)

Matthias Jügler
studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Heute lebt er als Autor, Übersetzer und Lektor in Leipzig. Er schrieb für die Literaturzeitschrift EDIT, die Kulturseiten des Goethe-Instituts und übersetzt Literatur aus dem Norwegischen. Seine Texte wurden mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin. 2015 erhielt er ein Übersetzerstipendium der Robert-Bosch-Stiftung, 2014 ein dreimonatiges Aufenthaltsstipendium am LCB und 2012 war er Stipendiat des Klagenfurter Literaturkurses. Sein aktueller Roman "Raubfischen" erschien im Blumenbar Verlag. Er ist der Herausgeber der Anthologie "Wie wir Leben wollen. Texte für Solidarität und Freiheit" (Suhrkamp, März 2016).

Informationen

  • Termin: 23.02.2019 – 24.02.2019
  • Veranstaltungsort: Leipzig
  • Kosten: 295 Euro
  • Kursnummer: Kurs 19-06
  • Maximale Teilnehmerzahl: 12
  • Anmeldeschluss: 23.02.2019

Anmeldung

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