Heute Schreiben Sie auf Deutsch und Englisch. Warum?
Als ich mit dem Schreiben wieder angefangen habe, lebte ich bereits viele Jahre in Deutschland. Als ich anfing, sogar auf Deutsch zu träumen, lag das für mich nahe. Außerdem hatte ich schon als Kind eine große Affinität zum Deutschen, durch die Literatur und durch unsere Familienurlaube in Österreich. Lyrik schreibe ich sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Weil man da im Englischen sprachlich viel mehr Möglichkeiten hat.
Was war der Anlass, den Schwerpunkt auf das Schreiben zu legen?
Werbung zielt letztlich auf Manipulation, darum habe ich mich mehr und mehr von der Werbefotografie abgewandt. Ich hatte das Gefühl: Jetzt geht etwas zu Ende. Wer künstlerisch unterwegs ist, der weiß, dass das Bauchgefühl ganz wichtig ist. Dass es Themen gibt, die man nicht rational strukturiert oder plant. Darum war mir klar, dass es Zeit für etwas Neues ist. Ein autobiographischer Roman erschien mir erst einmal das Naheliegendste. Vielleicht auch, weil die Themen da bereits vorhanden sind. Ich habe einfach angefangen, den Prolog zu schreiben, ohne vorauszuplanen oder zu strukturieren und war überrascht, wie leicht es mir fiel. Dann wurden aus den ersten drei Seiten sehr schnell 500 und schließlich 600 Seiten.
Welche Pläne haben Sie mit Ihrem autobiographischen Roman?
In den nächsten drei bis fünf Monaten will ich den Text nochmal überarbeiten. Wenn ich damit fertig bin, werde ich eine Bewerbung mit Exposee und Textprobe an Agenturen schicken. Es wäre natürlich schön, wenn daraus ein Buch würde, aber das ist für mich nicht existentiell. Denn der Text ist auch eine Problembewältigung, etwas, das ich für meine Familie und für mich geschrieben habe. Außerdem arbeite ich noch an zwei anderen Projekten, einer Novelle mit kriminalistischem Plot und einem Kinderbuch. Mir ist es dabei nicht wichtig, irgendein Genre zu bedienen, sondern es geht mir vor allem darum, Werte zu vermitteln, so dass sie für den Leser nachvollziehbar sind.
04.04.2023