Die Nachfrage nach Krimis ist groß, die Zahl der jährlichen Neuerscheinungen auch. Wie stehen die Chancen für Debüt-Autorinnen und -autoren, sich in diesem Segment zu etablieren?
Natürlich kann es ratsam sein, sich am Markt zu orientieren, man sollte ohnehin sehr viel lesen – möglichst nur Bücher, die man sehr gut findet; was man nicht gut findet, sollte man rasch beiseitelegen. Und man sollte schauen, was es schon gibt, was andere machen, was das Genre so alles zu bieten hat. Aber das heißt nicht, dass man auf irgendwelche vermeintlichen Erfolgsrezepte schielen muss. Jede Erfolgswelle ebbt irgendwann ab, und dann ist was Neues gefragt. Deshalb: Herausfinden, was man selbst gut kann und will. Nicht versuchen, die x-te Kopie eines Bestsellers zu sein, sondern eine eigene Marke. Wenn es dann heißt: »Das suchen die Verlage gerade nicht!«, ist es möglich, dass sie es ein Jahr später suchen. Genauso gut kann es sein, dass die Lektorate das Talent einer Person erkennen und dann sagen: »Okay, dieser Stoff ist vielleicht gerade nichts für uns, aber lass uns an anderen Projekten zusammenarbeiten, wir finden nämlich toll, wie du schreibst!«
Was würden Sie jemandem raten, der jetzt als Krimiautorin oder -autor starten will?
Mein grundsätzlicher Rat an alle, die mit ihrem Manuskript auf Verlagssuche gehen wollen: Sucht euch erst eine Agentur. Agentinnen und Agenten wissen, was gerade gefragt ist, mit wem man reden muss, welcher Verlag zu welchem Stoff passt. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Manuskript geprüft wird, ist höher, wenn es von einer Agentur eingereicht wird. Abgesehen davon haben Agenturen noch weitere sehr große Vorteile. Beispielsweise, wenn es konkret um die Vertragsverhandlungen geht.
24.02.2023