Worum es geht
Was, wenn Erlebtes oder Erlittenes bedeutsam ist? Und was, wenn wir diese Bedeutung selbst erst entdecken müssen?
Manchmal tragen wir unsere Vergangenheit wie einen schweren Mantel mit uns herum. Er wärmt uns, aber er erdrückt uns auch. Manche Erfahrungen begleiten uns über Jahre und tauchen in immer wieder auf. Im Schreiben können wir ihnen noch einmal begegnen – mit Abstand, Neugier und der Möglichkeit, Zusammenhänge zu erkennen, die uns bisher verborgen geblieben sind.
Das Memoir bietet dafür einen besonderen Rahmen. Es nimmt einen Ausschnitt der eigenen Biografie in den Blick und fragt nach dem, was darin steckt: Warum ist es wichtig, dass es geschehen ist? Was erzählt es über mich, mein Leben und das, was mir wesentlich ist? Und wie kann ich etwas darin erkennen, das Bedeutung hat – für das eigene Leben und vielleicht auch für andere Menschen?
Der Dichter Sean Thomas Dougherty hat dafür ein starkes Bild gefunden: „Irgendwo da draußen gibt es genau jetzt jemanden mit einer Wunde in genau der Form deiner Worte.“
Kursziel
Wissenschaftliche Studien belegen: Das Niederschreiben belastender Erfahrungen stärkt das Immunsystem, senkt Stress und schafft emotionale Klarheit. Schreiben ist der Weg vom passiven Erleiden zum aktiven Gestalten. Das Memoir wird so zu einem Weg, die eigene Biografie neu zu lesen. Der Kurs lädt dazu ein, herauszufinden, welche Geschichte in den eigenen Erfahrungen steckt und warum sie erzählt werden möchte.
Wir wollen:
- Erinnerungen genauer wahrnehmen und literarisch gestalten,
- wichtige Erfahrungen, Wendepunkte und wiederkehrende Themen entdecken,
- Worte für das finden, was bisher schwer auszudrücken war,
- die eigene Stimme entwickeln,
- aus persönlichen Erfahrungen Texte entstehen lassen, die über das rein Private hinausweisen.
Arbeitsweisen / Voraussetzungen
Kurze theoretische Impulse wechseln sich mit konzentrierten Schreibphasen ab. Die Schreibimpulse führen jeweils an konkrete Erinnerungen, Situationen und Fragen heran. Dabei verbinden wir autobiografisches und kreatives Schreiben mit Ansätzen zum Beispiel des expressiven Schreibens und mit Praktiken aus der Poesietherapie. Wir schreiben aus verschiedenen Perspektiven, arbeiten mit Szenen und Erinnerungsbildern und probieren unterschiedliche Formen aus, um herauszufinden, welche Sprache der eigenen Geschichte entspricht. Die Schreibphasen bleiben bewusst überschaubar. So können auch schwierige oder intensive Themen ihren Platz bekommen, ohne dass der gesamte Abend davon bestimmt wird. Wer möchte, liest die eigenen Texte vor. Die Rückmeldungen der Gruppe folgen einer einfachen Regel: Wir teilen, was uns an einem Text berührt, überrascht oder besonders angesprochen hat.
Vorkenntnisse im kreativen oder autobiografischen Schreiben sind nicht erforderlich. Eine konkrete Geschichte, ein Thema oder eine Erfahrung, über die geschrieben werden möchte, sollte vorhanden sein. Für diejenigen, die aus den persönlichen Texten ein Memoir entstehen lassen möchten, gibt es praktische und hilfreiche Tipps.
Veranstaltungsform
Online via Zoom
Daten und Zeiten
Abendkurs vom 25. Februar bis 15. April 2027
Donnerstags 19-21 Uhr (8 Termine)
Kursnummer: ON-2027-038
Anmeldeschluss: 25. Februar 2027