

Stilfragen
Worum es geht
»Wenn ein Buch zwei oder mehrere Male gelesen wird«, schreibt US-Autor Peter Selgin, »dann nicht wegen der Geschichte oder der Handlung, sondern wegen der Sprache, wegen des Vergnügens, das die einzigartige Kombination von Wörtern und Sätzen im Leser hervorruft.«
Ohne starke Figuren keine Geschichte, ohne Plot keine mitreißende Erzählung – Leitsätze wie diese zu den Säulen des Prosahandwerks gibt es zuhauf, und an allen ist etwas dran. Wahr ist aber auch: Kein Plot erzählt sich von allein, jede Figur einer Geschichte entsteht nur aus und lebt durch nichts als – Sprache.
Wer also das Basishandwerk erlernt hat, wer Plots und Figuren in Moodboards oder Lebensläufen souverän und fantasievoll entwirft, steht dennoch mit dem ersten Satz auf der ersten Seite vor der eigentlichen, der größten und schönsten Herausforderung: den Ideen eine Sprache geben, für die Geschichte eine Erzählstimme finden. Ein Buchstabe, ein Wort, ein (gestrichener) Halbsatz kann einen Text fundamental verändern, und oft sind Texte in ihrer ersten Fassung nicht ›schlecht‹, sondern ungenau.
Kursziel
In diesem Online-Kurs sollen Stil-Fragen aller Art praxisnah besprochen werden anhand von Übungen, Beispieltexten und v.a. Projekten der Teilnehmer und Teilnehmerinnen.
Wie lang muss, wie kurz darf ein erster Satz oder Absatz sein? Welche rhetorischen Figuren gibt es, wann hilft auch ein Synonym nicht weiter, was hat es mit Begriffen wie Verdichtung oder Subtext auf sich? Themen wie Zielgruppen-Sprache, Nominalstil, Rhythmus oder Dialog und Dialekt stehen ebenso auf dem Seminarplan.
Wir erkunden so die Möglichkeiten und Fallstricke verschiedener Stilmittel, umgehen Klischees, variieren den Rhythmus mit dem Ziel, so bildhaft, variantenreich und fesselnd wie möglich zu formulieren.
Arbeitsweise/Voraussetzungen
Wöchentlich werden die Texte von jeweils zwei Teilnehmern eingehend besprochen, ergänzt um Schreibübungen und/oder thematische Vertiefung anhand von Beispielen aus der Literaturgeschichte sowie zeitgenössischer Belletristik.
Jede und jeder hat dann im Anschluss die Möglichkeit, eine überarbeitete Version einzureichen, so dass in den weiteren Sitzungen konkret die ästhetische Relevanz von sprachlich-stilistischen Änderungen diskutiert werden kann. Sie bekommen ein Feedback zu der Erzählstimme, dem Ausdrucksspektrum und der klanglich-rhythmischen Wirkung Ihrer Geschichte.
Dieser Kurs richtet sich an Schreiberfahrene, die ihr Prosaprojekt überarbeiten wollen, ebenso wie an alle, die etwas über das Handwerk der Erzählsprache lernen und dabei vom regelmäßigen Austausch mit der Seminargruppe profitieren möchten. Idealerweise solltest du bereit sein, einen Textauszug von max. 3 Normseiten einzureichen; die zeitliche Abstimmung der Textbesprechungen erfolgt beim ersten Termin.
Die Kursabende werden jew. aufgezeichnet, sodass die Sitzungen auch nachverfolgt werden können, wenn jemand einmal verhindert sein sollte.
Veranstaltungsort
Online via Zoom
Daten und Zeiten
Abendkurs vom 04. März bis 15. April 2026
Mittwochs 18:30 bis 21 Uhr
(Pause am 1.4.26)
Kursnummer: ON-2026-28
Anmeldeschluss: 4.3.2026

»Volker gibt sehr wertschätzende, objektive und konstruktive Rückmeldung. Das motiviert und ist sehr bereichernd.«
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