Lauren Marie Aka


Lauren Marie Aka, geboren 1991, lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn in Nordrhein-Westfalen. Sie studierte Schauspiel und sammelte Erfahrungen vor und hinter der Kamera. Sie schreibt im Genre New Adult. Ihre Geschichten bewegen sich zwischen Glitzer und Book Boyfriends sowie zwischen Leichtigkeit und Dunkelheit, Tiefe und Verletzlichkeit. Italien und die Schweiz sind für sie keine Postkartenidylle, sondern gelebte Orte, die – ebenso wie ihre sizilianischen Wurzeln – die Authentizität und Atmosphäre ihrer Texte prägen. Vor wenigen Monaten beendete sie ihren Debütroman und arbeitet derzeit an neuen Projekten.

Dying just from Trying

Du sagst, du liebst mich.
Aber deine Liebe existiert nur, wenn sie dich nichts kostet.
Keine Zeit.
Keine Verantwortung.
Keine Verlässlichkeit.
Keine Anwesenheit.
Keine Verbindlichkeit.

Alles, was jemals etwas gekostet hätte,
waren deine Lügen, deine Sucht, deine Angst, dein Schweigen,
deine Dunkelheit.

Was ist, wenn dein Schmerz meinen nicht auslöscht?
Würdest du mir das jemals glauben?
Dass jede Bubble, so schön ihr Schimmer auch ist, im Inneren
nur aus Luft besteht und irgendwann zerplatzt.

Dass es kleine Seifenblasen gibt und große,
und dass keine länger, höher, weiter fliegt, nur weil sie
größer ist und schöner schimmert.
Würdest du verstehen,
dass ich deine nie habe steigen sehen, nie platzen sehen,
aber du die meisten meiner kennst,
sie steigen siehst
und sie platzen lässt?

Du sagst, du kennst mich.
Aber wie kannst du jemanden kennen, dessen Leben du verpasst
hast?
Dessen Träume du nie gehört hast.
Dessen Ängste du nie ausgehalten hast?

Du kennst meine Stimme, aber nicht den Klang, den sie annimmt,
wenn sie bricht.
Du kennst mein Lächeln, aber nicht, wenn es nicht echt ist,
sondern mich schützt.
Du kennst Geschichten über mich, aber nicht die, die ich nie
erzählt habe.
Du weißt nicht, wer ich geworden bin, weil du dich nie
getraut hast, hinzusehen.

Ich habe dich geliebt, durch jeden Schmerz, jede Dunkelheit,
gegen jedes Hindernis.
Aber du?
Deine Liebe existiert nur in meiner Vorstellung, in einer
Welt, die es so nie gegeben hat.

Vielleicht wird es diesmal anders, sage ich.
Vielleicht, wenn ich es anders mache.

Vielleicht. Vielleicht. Vielleicht.

Aber dieses Vielleicht verglüht, verbrennt an der
Wirklichkeit.
Jahr für Jahr, mit jeder Realität, die wie ein Schatten hinter
der nächsten Mauer lauert und uns verfolgt.
Es ist kein Wir, wenn ich vor diesem Schatten stehenbleibe und
versuche, das Licht dahinter zu sehen, während du jedes Mal
davonläufst.

Es war nie mein Fehler, dir Chancen zu geben.
Dir wieder die Hand zu reichen.
Dir mein Herz zu schenken.
Das war kein Fehler.
Das war Liebe.

Und manchmal lehne ich mich zurück,
in eine wunderschöne, wunderschöne Zeitrafferaufnahme:
Sand, der hochwirbelt.
Schritte, die mich einholen wollen.
Arme, die sich nach mir ausstrecken.
Mich dann aber doch nie erreichen.

Dort, mitten im Zeitraffer,
sehe ich sie zum ersten Mal nebeneinander:
das Mädchen, das auf dich gewartet hat,
und die Frau, die weitergegangen ist.
Nie mit dir.

In beiden erkenne ich etwas, das du mir nicht gegeben hast:
Liebe.
Nicht, weil du sie mir gezeigt hast,
sondern weil ich sie mir selbst bewahrt habe.
Unantastbar.
Unzerstörbar.
Frei.

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