Fernstudium Prosaschreiben.

In 18 Skripten zum
professionellen Schreibhandwerk

Du möchtest etwas erzählen, aber zwischen deiner Idee und dem, was auf dem Papier landet, klafft eine Lücke? Diese Lücke heißt Handwerk – und genau das vermittelt dir unser Fernstudium Prosaschreiben. Von der Figurenpsychologie über Dramaturgie und Dialog bis hin zu Sprache, Stil und dem Weg zum Verlag: Wir führen dich Schritt für Schritt durch alle Facetten des literarischen Schreibens. Persönlich begleitet von erfahrenen Lektorinnen und Lektoren, flexibel in deinem Tempo und jederzeit kündbar.




Schreiben lernen im Fernstudium – deine Ausbildung zur Autorin und zum Autor


Das Fernstudium der Textmanufaktur vermittelt dir das komplette Handwerk des Prosaschreibens – von der Figurenentwicklung über Dramaturgie und Dialog bis hin zu Sprache, Stil und der Zusammenarbeit mit Verlagen. In 18 fundierten Skripten lernst du Schritt für Schritt, wie du dein Schreiben auf ein neues Niveau bringst. Ganz flexibel, von zu Hause aus und in deinem eigenen Tempo.

Die Textmanufaktur gehört seit 2008 zu den führenden Autorenschulen im deutschsprachigen Raum. Über 300 Autorinnen und Autoren absolvieren jährlich unser Fernstudium – viele davon finden im Anschluss den Weg zu Agenturen, Verlagen oder ins Selfpublishing. Regelmäßig wird unser Fernstudium von der Zentralen Vergabestelle für Fernunterricht (ZFU) überprüft und zertifiziert.



Persönliche Betreuung durch erfahrene Lektorinnen und Lektoren


Schreiben lernt man nicht allein aus Büchern – du brauchst ein kompetentes Gegenüber, das deine Texte liest, versteht und weiterentwickelt. Bei der Textmanufaktur arbeiten über 40 erfahrene Lektorinnen und Lektoren, die in renommierten Verlagen gearbeitet haben oder selbst erfolgreiche Autorinnen und Autoren sind.

So funktioniert die Zusammenarbeit: Jeden Monat reichst du einen Prosatext von bis zu zehn Normseiten ein – das können Übungen aus den Skripten sein oder Auszüge aus deinem eigenen Roman. Innerhalb von zehn Werktagen erhältst du ein ausführliches schriftliches Feedback. Nach Absprache sind auch Telefonate oder Videokonferenzen möglich.

Dein Lektor oder deine Lektorin begleitet dich über die gesamte Dauer des Studiums. So entsteht eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, in der dein Gegenüber deine Stärken, Schwächen und dein Projekt wirklich kennenlernt.



Für Anfänger, Fortgeschrittene und alle dazwischen


Wir haben das Fernstudium für drei typische Ausgangssituationen konzipiert:

Du stehst am Anfang: Das Schreiben beschäftigt dich schon länger, aber du hast noch wenig Erfahrung. Du arbeitest die Übungen sorgfältig durch, entwickelst ein Gefühl für das Handwerk und schickst monatlich kleine Geschichten oder Übungstexte ein.

Du hast Vorerfahrung, aber suchst Orientierung: Vielleicht hast du schon geschrieben, aber bist ins Stocken geraten. Das Fernstudium gibt dir neue Impulse – für ein bestehendes Projekt oder einen frischen Start.

Du bist fortgeschritten und arbeitest an einem Roman: Du steckst mitten in einem Romanprojekt und nutzt die Skripte als Vertiefung, während du monatlich Auszüge aus deiner aktuellen Produktion einreichst. Dein Lektor begleitet deinen Roman über die gesamte Studiendauer.




Maximale Flexibilität – dein Studium, dein Tempo


Unser Fernstudium passt sich deinem Leben an, nicht umgekehrt. Du entscheidest, wann und wie intensiv du arbeitest:

Jederzeit starten und kündigen: Du kannst das Fernstudium jeden Monat beginnen – und mit einer Frist von nur einer Woche zum Monatsende wieder kündigen. Keine langen Vertragsbindungen.

Monatlich oder zweimonatlich: Du wählst deinen Rhythmus. Ist dir ein Skript pro Monat zu viel, wechselst du einfach auf den Zweimonatsrhythmus – und jederzeit wieder zurück.

Pausieren jederzeit möglich: Wenn es privat oder beruflich eng wird, pausierst du dein Studium und steigst danach nahtlos wieder ein.

Lektoratskontingente flexibel nutzen: Schaffst du einen Monat keinen Text, reichst du im nächsten einfach mehr ein. Deine Kontingente bleiben sogar noch sechs Monate nach Beendigung des Studiums gültig.

Eigener Kunden-Bereich: Alle Anpassungen – Rhythmuswechsel, Pausen, Skriptreihenfolge – nimmst du bequem in deinem persönlichen Login-Bereich vor.



Das Studium auf einen Blick

  • Dauer: 18 Monate normales Tempo, 36 Monate halbes Tempo

  • Kosten: 195 Euro pro Monat im normalen Rhythmus. 97,50 Euro pro Monat im Zweimonatsrhythmus.

  • Mit einer Community-Mitgliedschaft (11,90 Euro) sinkt der monatliche Preis auf 165 Euro bzw. 82,50 Euro.

  • Pausieren: Du kannst das Fernstudium jederzeit pausieren, wenn du mal anderweitig eingespannt bist

  • Kündigung: Du kannst dein Fernstudium jederzeit mit einer Frist von nur einer Woche zum Monatsende kündigen.

  • Viele weitere Antworten auf deine Fragen findest du in unseren FAQs.



Das sagen unsere Absolventinnen und Absolventen


»Das Fernstudium der Textmanufaktur war für mich wie Führerschein machen: Statt jahrelang wild aufs Gaspedal zu treten, bin ich auf einmal in die Gänge gekommen.«
Linda Graze, Autorin, Rowohlt

»Jedes der 18 Skripte hat mich inspiriert und sie durchzuarbeiten wurde zu einem festen Bestandteil meines Alltags.«Kathi Haßler

»Jetzt kann ich ehrlich behaupten, ich weiß, was ich tue.«Karolin Brauer

»Die Textmanufaktur ist ein kleines Wunder.« DIE ZEIT

»Für meine Entwicklung als Autorin sind die Manuskripte ein Gerüst, ein Stück Heimat, Inspiration, tröstend verlässlich.« – Ute Engelmann, Absolventin des Studiums Prosaschreiben

Die Textmanufaktur wurde mit der Bewertung 4,9 von 5 Sternen als „Exzellenter Anbieter" bei FernstudiumCheck ausgezeichnet – bei 100 % Weiterempfehlung.


Die Grundlagen des Erzählens in unseren Skripten

Das Fernstudium beginnt mit einer grundlegenden Einordnung: Wo befinde ich mich als Autorin oder Autor zwischen Genre und Literatur? Zwischen Unterhaltung und Kunst? André Hille spannt ein Spektrum auf, das von Orientierung bis Irritation, von Konvention bis Innovation, von Eskapismus bis Wahrhaftigkeit reicht, und zeigt, warum beides seinen Platz hat.

Kerngedanke: Für die Kunst ist das Handwerk eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung, während für das Genre das Handwerk eine notwendige und hinreichende Voraussetzung ist. Wer sein Handwerk beherrscht, kann gute Genretexte schreiben; den innersten künstlerischen Impuls kann einem niemand beibringen. Irgendwann beherrscht man das Handwerk so, dass es zur Kunst werden kann.

Themen des Skripts: Kunst und Kunsthandwerk, Was und Wie (Story und Sprache), die Rezeption als Vereinbarung zwischen Autor und Leser, der Textanfang und die Ebenen des Erzählens.

Die Cheflektorin eines großen Verlages sagte einmal: »Lass uns nicht ein Seminar über Figuren machen, sondern noch früher ansetzen, beim Thema. Sonst schreiben die Autoren drei Jahre umsonst.« Genau hier setzt das zweite Skript an, bei den Fragen, die ganz am Anfang des kreativen Prozesses stehen.

Kerngedanke: Das Thema allein trifft keine Aussage über die Qualität des Textes, entscheidend ist die Umsetzung. Aber ohne ein Thema, das den Autor existenziell berührt, fehlt dem Text das Fundament. Unter Thema versteht man den gesamten geistig-moralischen Humus, auf dem ein Stoff wächst: die Entscheidung für ein Milieu, für Werte, einen Zeitraum, Figuren, eine Prämisse.

Themen des Skripts: Themenfindung im Genre und in der Hochliteratur, Recherche, Setting und Verortung im Raum, Zeitkonzepte (historische, kulturelle, biografische Zeit).

Literatur ist Erfahrungsweitergabe über handelnde Personen. Ohne Figuren gibt es keinen erzählenden Text. Viele Autorinnen und Autoren haben ein Problem mit Dialogen, darunter liegt meist ein Figurenproblem. Wer seine Figur ausreichend gut kennt, wird jederzeit wissen, wie sie spricht.

Kerngedanke: Sie müssen Ihre Figuren so gut kennen, dass man Sie nachts um drei wecken und fragen kann: »Zahlt sie im Supermarkt mit Karte oder bar?« und Sie sofort eine Antwort haben. Die Fragen, die sich der Autor nicht stellt, stellt sich der Leser. Autoren sind seit jeher gute Psychologen gewesen; sie brauchen Empathie und den Mut, in die menschlichen Abgründe zu blicken.

Themen des Skripts: Milieu und Herkunft, Figurenklischees vermeiden, das Aussehen der Figur, Anamnese, Habitus und Weltanschauung, Rituale, klassische psychologische Modelle.

»Um sich selbst zu erkennen, muss man handeln.« (Albert Camus). Mit diesem Leitsatz beginnt Skript 4 und markiert einen entscheidenden Schritt: Die Figur bekommt eine Gerichtetheit. Vom statischen Figurenprofil geht es zur dynamischen Handlung.

Kerngedanke: Der wahre Charakter einer Figur offenbart sich nicht in dem, was der Autor über sie sagt (Charakterisierung), sondern in den Entscheidungen, die sie unter Druck trifft. »Show, don't tell« – der Autor soll nicht sagen, wie seine Figur ist, sondern es anhand von Handlungen zeigen. Es geht mit Handlung los, dann kommt der Rest.

Themen des Skripts: Passive versus aktive Figuren, Regeln aufstellen und brechen, Charakterisierung versus Charakter, Identifikation, Sympathie und Empathie, Motivation, das Wollen der Figur (Ziel und Bedürfnis).

Das auslösende Ereignis löst, wie der Name schon sagt, die Hauptspannung aus. Dramaturgie ist eine Kette von Ereignissen, und dem ersten kommt eine besondere Bedeutung zu: Es setzt die Handlung in Gang, es erschafft das Ziel, manchmal auch das Bedürfnis.

Kerngedanke: Spannung entsteht als Differenz zwischen zwei verschieden aufgeladenen Potenzialen, die Räumen zugeordnet und durch eine Grenze getrennt sind. Das auslösende Ereignis ist der Impuls, der die Figur dazu bringt, eine Grenze zu überschreiten.

Themen des Skripts: Das Gleichgewicht und seine Störung, zwei Räume und das dramatische Potenzial, die Grenze, der Impuls zur Grenzüberschreitung, Zeitpunkt und Checkliste.

Protagonist kommt vom Griechischen prótos (»der Erste«) und ágo (»ich handle, bewege, führe«), der Protagonist ist also der »Erst-Handelnde«. Der Antagonist ist sein Gegenspieler, die Kraft, die das genaue Gegenteil will.

Kerngedanke: Es ist wichtig zu verstehen, dass die protagonistischen und antagonistischen Kräfte insgesamt etwa gleich groß sein müssen. Ein zu schwacher Gegner erzeugt keine Spannung, ein übermächtiger nimmt jede Hoffnung. Der Gegenspieler muss dabei keine Person sein – er kann auch die Eiger-Nordwand, ein Meteorit oder eine psychische Störung sein.

Themen des Skripts: Antagonistische Kräfte und das Gute und Böse, die Geschichten-Matrix PAMT, Drei-Akt und Archeplot, Heldenreise und Masterplots, Spannung (Erregung, offene Fragen, Hoffen und Bangen, Surprise, Suspense und Thrill).

Viele Autorinnen und Autoren machen vieles richtig, aber eine große Schwachstelle erlebt man immer wieder: die richtige Gestaltung und den Aufbau einer klassischen Szene. An der Anlage einer Szene kann man sehr gut erkennen, wie jemand seinen Stoff im Griff hat.

Kerngedanke: Eine Szene ist nicht einfach nur ein beliebiger Abschnitt, sondern zeichnet sich durch eine innere Struktur und eine äußere Begrenzung aus. In der Szene kommen alle bisher gelernten Elemente zusammen: Setting, Figur, Ziele und Grenzüberschreitungen, alles muss der Autor gleichzeitig bedenken und beherrschen.

Themen des Skripts: Die Szene als Gliederungseinheit, innere Struktur (Exposition, Szenenziel, Widerstand, Wendepunkt), Szenenarten (Suspense, dramatisch, kontemplativ, Dialog, Höhepunkt), szenisch schreiben versus summarisches Erzählen.

Dies ist der Punkt, an dem man zum ersten Mal alles in Frage stellen sollte, was man bisher gelernt hat. Die geschlossene Dramaturgie macht den größten Teil aller fiktiven Erzählungen aus, aber sie ist kein unverrückbares Gesetz. Die große Herausforderung ist es, die Konvention zu beherrschen, sich ihr aber auch im richtigen Moment zu widersetzen.

Kerngedanke: In diesem Skript geht es um den Mut, Dinge anders zu gestalten und den Archeplot zu öffnen. Während im Archeplot alles der Handlungsökonomie dient, eröffnet die offene Dramaturgie Räume für Unvorhersehbarkeit, Vieldeutigkeit und die Konstruktion von Sinn.

Themen des Skripts: Das offene Kunstwerk und die Komplexität, Konnotation und Denotation, Intertextualität, Selbstverweise und Metaebene, die offene Szene, Antiplot, Miniplot und Nonplot (nach Robert McKee), Merkmale der Offenheit.

Während es bislang darum ging, was zu sehen sein wird, geht es in diesem Skript vor allem darum, was nicht zu sehen sein wird. Montage ist Organisation des künstlerischen Materials: das Schneiden und das Zusammensetzen.

Kerngedanke: Montage bedeutet Arbeit mit dem vorhandenen Material; sie ist in der Regel der zweite Schritt nach dem Erschaffen. Die zentralen Fragen lauten: Was zeige ich? Was spare ich aus? An welcher Stelle bringe ich welche Informationen ein? Und wie gestalte ich die Übergänge?

Themen des Skripts: Anwesenheit und Abwesenheit von Informationen, die Auslassung, Montage und Geschwindigkeit, Sinnzerstörung und Sinnerzeugung durch Zufallsmontage, Schnitt-Techniken (Jump Cut, Parallelmontage, Cross Cut, Split Screen u.v.m.).

»Wer spricht?« ist im Text eine der wichtigsten Fragen überhaupt, vergleichbar mit »Wer sieht?« in der Malerei. Bei der Perspektive geht es zunächst nicht um die Inhalte, sondern um die Haltung eines Erzählers zu diesen Inhalten, um den gesamten Blick auf die Ereignisse.

Kerngedanke: Der Autor kann nicht mit dem Text gleichgesetzt werden. Es gibt in jeder Fiktion etwas, das dazwischen liegt, eine erzählerische Instanz. Diese Instanz formt und gestaltet. Die Wahl der Perspektive bestimmt maßgeblich die Wirkung eines Textes.

Themen des Skripts: Autor und erzählerische Instanz, Tonalität, auktoriale und personale Perspektive, Ich-Erzähler (personal und auktorial), Du-Perspektive, der unzuverlässige Erzähler.

Prosaschreiben bedeutet für Autorinnen und Autoren ganz wesentlich, die Parameter Nähe und Distanz zu definieren. Nähe oder Distanz zur Szenerie, zur Atmosphäre, dem Setting, zum Thema und zu den Zielen, Bedürfnissen, Motiven oder Strategien der Figuren.

Kerngedanke: Im Gegensatz zum Medium Film, das mit seinen Mitteln keine Gedanken abbilden kann, habe Autoren die Möglichkeit, einen ganzen Roman als Gedankenstrom zu schreiben. Wie tief tauche ich in die Gefühls- und Gedankenwelt der Figur ein, und welche Wirkung erzeugt das beim Leser? Die Kamera auf der Schulter kann in den Kopf der Figuren zoomen, das ist die besondere Möglichkeit der Prosa.

Themen des Skripts: Distanz und ihre Grade, Nähe (Außen und Innen), die Rückblende, Figurenrede und Innerlichkeit, Tempus, mit welchem zeitlichen Abstand erzähle ich eine Geschichte?

Der Dialog ist der lebendigste Teil eines Prosatextes, weil hier nicht über jemanden gesprochen oder etwas dargestellt wird, sondern weil das Leben selbst aus den Figuren spricht. Mit dem Dialog geben Sie den Figuren eine Stimme und damit einen Körper.

Kerngedanke: Nicht selten steht und fällt ein Roman mit den Dialogen. Schlechte, hölzerne Dialoge können einen positiven Ersteindruck rasch zerstören, während guter Dialog auch nach anfänglichen Zweifeln noch überzeugen kann. Ein guter Dialog wirkt wie »dem Leben abgelauscht«, aber das ist eine Kunstform, denn echte Gespräche sind voller Verlegenheitspausen und sinnloser Wiederholungen.

Themen des Skripts: Dialog ist Handlung, Intentionalität, Gestus und Hierarchie (Verhör-, Enthüllungs-, Entscheidungsgespräche u.a.), Dialog und Subtext (die »vier Ohren« nach Schulz von Thun), Beat und Wendepunkt im Dialog.

Während eine Story die Welt durch Handlung erschließt, entdeckt die Sprache die Welt auf andere, eigene Weise. Sie ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern Material, das selbst Bedeutung trägt.

Kerngedanke: Sprache ist Mittlerin zwischen Welt und Mensch. Wer Sprache als literarisches Material begreift, lernt, Emotionen nicht zu benennen, sondern sie beim Leser zu erzeugen. Die Wortwahl, die Etymologie, die Konnotationen, all das, was zwischen den Zeilen mitschwingt, ist ebenso wichtig wie die Geschichte selbst. Es geht um Klarheit und Wahrnehmen, um die bewusste Entscheidung für jedes einzelne Wort.

Themen des Skripts: Sprache als Mittlerin und als Material, Weltentdeckung durch Sprache, Etymologie und Konnotation, Tropen (Metapher, Metonymie, Synekdoche u.a.), rhetorische Figuren, Klarheit und Wahrnehmen, Emotionen erzeugen statt benennen.

In diesem Skript geht es darum, wie wir Phrasen, Floskeln, Stilblüten und Klischees vermeiden. Zugleich geht es an die kleinsten Bausteine des Schreibens und zeigt, welche Wirkungen bereits im einzelnen Buchstaben, im Wort und im Satz stecken.

Kerngedanke: Die Sprache hat ihre eigenen Gesetze, und wer sie kennt, schreibt bewusster. Vom Klang eines einzelnen Buchstabens über die Länge und Abstraktheit von Wörtern bis hin zur Melodie und Betonung ganzer Sätze, die Sprache bietet unzählige Gestaltungsmöglichkeiten. Sprachliche Experimente von Morgenstern bis Jandl zeigen, wie weit sich die Grenzen der Sprache dehnen lassen.

Themen des Skripts: Phrasen, Floskeln, Stilblüten, Klischees und Kitsch, Sprachdehnungen und Sprachexperiment (Morgenstern, Jandl, Perec), der Buchstabe (Klang, Lautstärke, Stille), das Wort (Länge, abstrakte vs. konkrete Wörter, Verben, Substantive, Adjektive), der Satz (Satzlänge und Melodie, Kohäsion und Kohärenz, Betonung).

Die Kurzgeschichte ist eine der anspruchsvollsten literarischen Formen: Auf wenigen Seiten muss verdichtet werden, wofür ein Roman Hunderte von Seiten hat. Dieses Skript widmet sich der Kurzgeschichte als eigenständiger Kunstform, von der angloamerikanischen Tradition Hemingways und Raymond Carvers über die deutsche Nachkriegsliteratur Wolfgang Borcherts bis hin zu zeitgenössischen Ansätzen.

Kerngedanke: Hemingways Eisberg-Modell besagt, dass nur etwa 15 Prozent einer Geschichte sichtbar sind, der Rest liegt unter der Oberfläche. In der Kurzgeschichte ist dieses Prinzip der Auslassung besonders wirksam: Was nicht erzählt wird, wirkt oft stärker als das Erzählte. Die Kurzgeschichte lebt von der Verdichtung, vom Wendepunkt und vom offenen Ende, das den Leser mit einer Erkenntnis oder Erschütterung zurücklässt.

Themen des Skripts: Rezeption und Markt der Kurzgeschichte, die angloamerikanische und deutsche Tradition (Hemingway, Carver, Borchert), Merkmale der Kurzgeschichte (Einheit von Ort, Zeit und Handlung, Figurenökonomie, Wendepunkt, offenes Ende), Verdichtung und Auslassung.

Gérard Genette hat die Paratexte einmal als das »Vestibül« eines Textes bezeichnet, den Raum, den man durchschreitet, bevor man das eigentliche Werk betritt. Dieses Skript widmet sich genau diesem Vorraum: dem Titel, der neugierig machen soll, dem Pitch, der die Essenz der Geschichte auf den Punkt bringt, und dem Exposé, das Lektoren und Agenten überzeugen muss. Wer sein Manuskript an Verlage oder Agenturen schicken möchte, braucht professionelle Paratexte.

Kerngedanke: Der Titel ist das Erste, was ein Leser wahrnimmt, und er muss wirken wie eine Einladung. Die AIDA-Formel (Attention, Interest, Desire, Action) hilft bei der Titelfindung ebenso wie die Kenntnis verschiedener Titelarten. Der Storypitch fasst die Geschichte in wenigen Sätzen zusammen und zeigt, was den Roman einzigartig macht, sein USP, sein »Unique Selling Point«. Das Exposé ist die ausführliche Visitenkarte, die das gesamte Projekt professionell vorstellt.

Themen des Skripts: Der Titel (Arbeitstitel, Titelschutz, Titelfindung nach der AIDA-Formel, Titelarten), der Pitch und die USP (Konkurrenzanalyse, Informationsmodule, Storypitch und Logline), das Exposé (systematisches vs. literarisches Exposé), die Autorenbiografie, Paratexte nach Gérard Genette.

So wichtig die Erstfassung ist, so entscheidend ist die Fähigkeit, den eigenen Text mit professioneller Distanz zu betrachten, zu kürzen, umzustellen und zu verbessern – und ihn dann in die Welt zu bringen.

Kerngedanke: Es gibt nicht den einen richtigen Weg, einen Text zu überarbeiten. Das Skript stellt sechs Autorentypen vor, vom Perfektionisten über den Hinhauer bis zum Bergwerker, die alle unterschiedlich an ihre Texte herangehen. Entscheidend ist, den eigenen Typus zu erkennen und die passende Überarbeitungsstrategie zu entwickeln. Die Zusammenarbeit mit einem Lektor ist Vertrauensarbeit und eine Gratwanderung zwischen notwendiger Kritik und künstlerischer Freiheit.

Themen des Skripts: Überarbeiten und Lektorat (sechs Autorentypen), Zusammenarbeit mit einem Lektor, Typografie und Korrektorat (Schrifttype, Satzspiegel, Makro- und Mikrotypografie), Bewerbung und Anschreiben, Herstellung (digital und analog).

18 Monate Fernstudium liegen hinter den Teilnehmern, und mit diesem letzten Skript fängt die Reise vermutlich erst richtig an. Denn entscheidend sind die tagtäglichen Erfahrungen des Schreibens. Dieses Skript widmet sich der Realität des Autorenalltags: Wie funktioniert der deutsche Buchmarkt? Wie arbeitet man mit einer Agentur oder einem Verlag zusammen? Ist Selfpublishing der richtige Weg? Und wie vereinbart man das Schreiben mit dem Leben?

Kerngedanke: Der gesamte Buchmarkt ist stark von Idealismus geprägt. Ob Verlagsveröffentlichung oder Selfpublishing, ob Agentur oder Eigenvermarktung, es gibt heute mehr Wege zur Veröffentlichung als je zuvor, aber auch mehr Entscheidungen, die Autorinnen und Autoren treffen müssen. Schreiben ist ein Marathon, kein Sprint: Durchhaltevermögen, der Umgang mit Kritik und Schreibblockaden sowie die Organisation des eigenen Schreiballtags sind mindestens so wichtig wie das Handwerk selbst.

Themen des Skripts: Der deutsche Buchmarkt (Buchhandel, Verlage, Agenturen, Distributoren, Social Media, Buchpreisbindung), Zusammenarbeit mit einer Agentur (Ein-Buch-Vertrag, Mehr-Buch-Vertrag, Provision), Zusammenarbeit mit einem Verlag (Vorschuss, Verlagsvertrag, Nebenrechte, Marketing), Selfpublishing und Hybrid-Autoren, Selbstmarketing und Sichtbarkeit, Schreiben und Leben (Durchhalten, Schreibblockaden, Zweifel und Flow, Umgang mit Kritik).

Wenn du alles ausgefüllt hast, gelangst du zu unserem Fernunterrichtsvertrag. Du kannst in Ruhe alles prüfen und dein Studium und den Rhythmus auswählen. Sende uns den Vertrag unterschrieben per Mail oder Post zurück, dann kann es losgehen.